Beitrag 04-320

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Datum/Uhrzeit: 19.01.2006 17:22
Titel: Streifzug durch 3 (Ost-)Berliner Bw 1991 (18 B.)

Im Januar 1991 war ich Drehscheibe-bedingt nach 1988 zum zweiten Mal in Berlin. Entgegen der Empfehlung des Gastgebers ('Da ist doch nichts los!') erkundete ich auf eigene Faust erstmals die Bw Pankow, Schöneweide und Lichtenberg.

Das erste Foto zeigt eigentlich eine ganz normale DR-Kö, die 100 708. Wenn ich jedoch damals gewusst hätte, dass zu dieser BMAG-Lok aus dem Jahre 1939 die Fabriknummer nicht bekannt ist (vermutet wird 11496), hätte ich vielleicht etwas genauer nachgeschaut. Immerhin war sie die letzten Jahre Pankower Stammlok. Auch dass sie ursprünglich an das OKH für Peenemünde geliefert wurde, scheint nicht gesichert zu sein:

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211 041 war zu dem Zeitpunkt wohl schon 'DR Cargo' in Pankow zuteilt. Wenige Monate später sollte sie dann auch zu 242 341 mutieren:

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Eine der wenigen original-blauen 101 war 101 014, die schon 1992 verschrottet wurde. Hier steht sie unterhalb der dominanten Straßenbrücke. Wurden eigentlich alle V 15.10 in Blau ausgeliefert?:

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Diese kläglichen Überreste eines stolzen Triebwagens waren einst 175 008:

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Auch die zweite Kö sieht auf den ersten Blick ganz normal aus. Ist sie eigentlich auch. Sie hat aber einen interessanten Lebenslauf: Als DRG Kö 4602 1934 in Dienst gestellt, wurde sie 1942 an die Ruppiner Eisenbahn (Lok 77) verkauft. Als 1949 die Privatbahnen in der DDR verstaatlicht wurden, gelangte die Lok zurück in den DR-Bestand, wurde allerdings als Kö 5735 eingereiht, später 100 935:

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Der Flachmann erkennt sofort, dass dies allerdings keine Serien-Kö ist. Während die DB nach Kriegsende noch bis 1965 über 800 Köf-Neubauten beschaffte, beschränkte sich die DR auf ganze zwei Loks. Kö 5754 und 5755 (100 954 und 955) wurden 1952 von LKM an die DR geliefert. Der Typ N 3 und der Nachfolgetyp N 4 fand trotzdem große Verbreitung bei Werkbahnen in der DDR, während die DR sich schließlich auf die LKM-Eigenentwicklung V 15 konzentrierte. Ein eigenes Kapitel sind allerdings auch die 'Nachbauten' des RAW Dessau. Die 100 955 befindet sich heute im Museum in Weimar, während die hier zu sehende Schwesterlok 1997 verschrottet wurde:

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Auch diese beiden Gefährte existieren m. W. nicht mehr. Bei dem Beiwagen handelt es sich um 190 828, dem ehemaligen VB 140 227, und der Henschel 26496/42, einer Dampfspeicherlok, die unter der Straßenbrücke als Denkmal aufgestellt waren. Die Bfl war einst WL 1 MfS Hohenschönhausen und WL 114 Leuna:

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Hier das, was ich sonst noch im Bw Pankow angetroffen habe:
100 110, 100 120, 100 631, 100 704, 100 763, 100 778, 100 838, 100 918, 100 934, 101 568, 101 577, 101 599, 101 718, 106 554, 106 567, 106 582, 106 671, 106 890, 120 114, 120 185, 120 225, 120 231, 120 271, 120 284, 120 317, 120 359, 120 372, 132 660, 242 041, 242 072, 242 137, 242 147, 242 181, 242 189, 243 644, 250 088, LKM 262390/72 (V 22).

Im Bw Schöneweide war ja angeblich nichts los, was einen Besuch wert gewesen wäre. Deswegen traf ich dort auch wieder auf unseren Gastgeber, der seine weiteren lästigen Begleiter dadurch locker abgehängt und so die interessantesten Loks im besten Büchsenlicht für sich alleine hatte...

Die bestens gepflegte 120 262 präsentiert sich hier vor dem Rundlokschuppen. Die Lok stand 1998 noch im Bw Gera und ist m. W. (mit 120 114) auch nach Nord-Korea verkauft worden:

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Mit Baujahr 1975 war diese Lok jünger als 111 001! Trotzdem wurde die 211 072 gerade mal 20 Jahre alt:

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Frisch angeheizt steht hier 52 8055 unter Dampf. Die Lok wurde 1999 aufwendig in der Schweiz modernisiert. Dahinter sind 52 8177 und 8170 sowie rechts 8087 zu sehen:

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Von der Baureihe 52.80 sind ja bekanntlich mehr Loks vorhanden, als jemals umgebaut wurden ;-). Drei der noch im Rbf Schöneweide (neben einigen 211/242) abgestellt vorhandenen 52.80 gelangten später in die JVA Brandenburg und wurden 2004 dort ausquartiert. Neben der hier zu sehenden 52 8129 waren dies 52 8118 und 8152:

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Dieser Wagen war mal ein MITROPA-Speisewagen der Gattung WRü (51 50 83-11 009-0), ausgemustert wurde er vor rund 10 Jahren:

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Auch dieser Wagen hatte wohl schon einige Jahre Abstellzeit hinter sich. Es ist ein Bge (50 50 29-13 129-7), ein 'Hecht' mit Schwanenhalsdrehgestellen:

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Während diese beiden Wagen noch rollfähig waren, wurde dieser Wagenkasten wohl bald zur Sperrholz verarbeitet. Es war als Dienstaa (60 50 99-17 500-8) ein Wohnwagen des Signal- und Fernmeldewerkes Außenstelle Greifswald:

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Aus DDR-Produktion stammend konnte dieser teilweise ausgebrannte B der CSD (51 54 20-41 678-3) wohl nicht mehr die Heimreise Richtung Prag antreten:

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Hier das, was ich sonst noch im Bw Schöneweide angetroffen habe:
106 047, 106 505, 106 707, 106 863, 211 007, 211 009, 211 045, 211 051, 211 071, 211 075, 211 085, 211 086, 242 260, 242 354, 242 356, 242 368, 242 377, 242 383, 250 155, 41 1125 (Dampfspender), 52 6666, 52 8022 (nur Tender), 52 8079, 52 8100, 52 8118, 52 8152, 52 8170, 52 8177, ASF 131, Kalksandsteinwagen (30 50 949 4 634-3 oder 1 614-8), Schienenkran (30 50 947 1 043-0), Wasserwagen (30 50 979 1 627-7).

Etwas später im Bw Lichtenberg wurde das Licht schon 'flach'. Auf dem ersten Foto von dort ist deswegen nicht so gut zu erkennen, dass diese 106 einen gelben Lack aufweist. Die ebenfalls anwesende 106 306 dito!:

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Eine der Lichtenberger Stammloks, die auch für den DDR-Regierungszug eingesetzt wurden, und deswegen immer bestens gepflegt waren, war 118 566. Ein Unfall setzte ihrer Karriere ein vorzeitiges Ende:

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Wohlbehalten, aber auch nur noch für anderthalb im Einsatz stehend, gehörte neben 118 507, 514, 548, 552 und 578 auch 118 550 dazu. Die letzten Einsätze erfolgten dann vom Bw Wustermark aus auf der Strecke nach Nauen. Die Lok wurde m. W. erst vor gut einem Jahr in der Nähe von Plauen verschrottet:

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Hier das, was ich sonst noch im Bw Lichtenberg angetroffen habe:
100 352, 105 028, 106 144, 106 306, 106 307, 106 753, 106 885, 106 925, 110 074, 110 239, 132 202, 132 392, 132 434, 132 474, 132 496, 132 500, 132 560, 132 603, 132 644, 243 189, 243 337, 243 567, 243 592, 243 621, 243 656, 243 847, 243 852, 243 854, 243 879, 243 893, 44 227 (Achse am Eingang), 44 1350/2350.