Nachdem 1966 bei 140 362 nach einer Unfallausbesserung erstmals ein neuartiger Lokkasten mit an den Führerständen eingezogenem Rahmen zur Aufnahme einer aufgeschraubten Verschleißpufferbohle eingesetzt wurde, kamen nach einem weiteren Baumuster von 1968 (140 706) die letzten Serien der Baureihen 140 und 150 von 1970-72 (140 757-879) bzw. 1971-73 (150 156-194) bereits ab Herstellerwerk damit zur Auslieferung. Schließlich wurde diese Konstruktion bei den Baureihen 111, 151 und 181.2 fortgeführt.
Diese Art der Aufnahme des Kupplungsträgers ermöglichte auch die Anfang der 70er getestete Ausrüstung mit automatischer Kupplung, die sogar vor Altbauelloks nicht Halt machte und bei 140 362 bis 1970 sowie bei 140 776, 777 und 793 bis in die jüngere Vergangenheit zum Einsatz kam.
Die Verschleißpufferbohlen hatten auch noch den Vorteil, dass leichte Aufstöße keinen größeren Schaden am Rahmen verursachten, da der Kupplungsträger einen Teil der Aufstoßenergie in Verformung umsetzt und danach relativ einfach ausgetauscht werden konnte.
Einige Einheitselloks der Baureihen 140 und 150 erhielten nach schweren Unfällen in den 70ern neue Lokkästen mit Verschleißpufferbohlen von den Herstellerwerken verpasst, so wie dies in der Neuzeit auch schon bei Neubauelloks der Baureihen 101, 145, 152 und 185 der Fall war. Dies war damals wie heute möglich, da die neuen Lokkästen noch aus laufenden Lieferungen oder Vorrat entnommen werden konnten.
Obwohl auch Loks der Baureihe 141 nach Unfällen vollständig aufgearbeitet werden mussten (z. B. 141 001), gab es bei dieser Baureihe nie Loks mit Verschleißpufferbohlen. Anders erstaunlicherweise bei der Baureihe 110, deren Lieferung ebenfalls bereits 1969 abgeschlossen war. Betroffen waren die Krauss-Maffei-Loks 107, 271, 343 und 360, wobei 110 107 (18231/56) und 271 (18940/63) zuvor Kastenloks waren. Sie wurden somit die 'jüngsten' Einheitselloks!
Interessant ist es bei 110 271 auch deshalb, weil nur eine Fabriknummer vorher bei Krauss-Maffei E 10 1270 entstand und mithin die ersten 'Bügelfalten' E 10 1265-1270! Von daher fiel 110 271 auf Grund ihrer Nummer anders als 110 107 nicht so sehr auf. Obwohl das Krauss-Maffei-Los mit E 10 288-298 'ältere' Fabriknummern besitzt, wurden diese erst 1964 ausgeliefert und erst jetzt entschied man sich, nicht nur die Rheingold- und Rheinpfeil-Loks (E 10.12) mit dem neuen, windschnittigen Lokkasten auszuliefern. Bei den anderen beiden Loks, 110 343 und 360, fiel es entsprechend noch weniger auf, da sie bereits als Bügelfalten ausgeliefert wurden.
Doch nun zu den Fotos, die alle innerhalb eines Jahres vor fast einem Vierteljahrhundert entstanden. Da der Neuaufbau bei allen vier Loks seitdem höchstens eine weitere HU zurück lag, zeigten sich 1982 noch alle vier weitgehend im 'Originalzustand'.
110 107, geliefert als E 10 107 am 29.03.57, wird hier auf der Drehscheibe West im Bw Köln-Deutzerfeld gewendet. Sie brannte als zweite Lok des D-Zuges Hamburg - Genua am 07.03.71 zwischen Schlüchtern und Bad Soden-Salmünster wegen fester Bremsen aus. Die Rekonstruktion erfolgte mit Abnahme des AW München-Freimann zum 13.02.74. Zum 19.05.94 wurde die Lok ebendort orientrot; bei der Gelegenheit verlor sie Handumläufe, Trittroste und die durchgehende Lüfterjalousie. Am 15.01.03 wurde sie beim Bw Braunschweig ausgemustert, nachdem sie so lange ich denken kann beim Bw Frankfurt (Main) 1 stationiert war. Frankfurter Loks waren damals nicht allzu häufig im Deutzerfeld zu Gast. M. W. wurde die Lok Ende 2003/Anfang 2004 im AW Dessau verschrottet:

110 271, damals beim Bw Köln-Deutzerfeld beheimatet, befährt hier gleich die nur viergleisige Hohenzollernbrücke (benutzt dabei aber nur ein Gleis). Geliefert als E 10 271 am 04.01.63 brannte sie um 1973 aus, so dass eine Rekonstruktion bis Mai 1974 folgte. Zum 08.07.94 verlor sie nach einer E 2 im AW Dessau die durchgehenden Lüfterjalousien gegen Klatte-Einzellüfter und bekam in der oberen Lokhälfte und an den Führerständen eine Lackauffrischung, die nun so gar nicht mehr zum restlichen Farbton passte. Noch schlimmer sah die zweite Lackausbesserung Ende der 90er aus, die die Farbtöne in ein helles Blau in der oberen und ein dunkles Blau in der unteren Lokhälfte verwandelte; trotzdem behielt sie bis zuletzt Handumläufe und Trittroste. Am 05.07.04 wurde sie bei Steil im Trierer Hafen verschrottet, obwohl sie beim Bw Trier bisher noch nicht ausgemustert wurde:

110 343 fährt hier mit einem aus holländischen Wagen bestehenden Eilzug aus Venlo kommend in den Endbahnhof ein. Die Lok besitzt bereits einen Stirnwandaufstieg (schon damals bei Deutzerfelder wie 110 343 und Dortmunder 110 weitaus häufiger anzutreffen als bei Frankfurter oder Stuttgarter 110). Bemerkenswert ist auch der aufgeklebte inverse DB-Keks. Geliefert wurde die Lok am 22.09.64 als E 10 343 (Krauss-Maffei 19048/64). Die Rekonstruktion erfolgte nach dem schweren Unfall vom 05.01.71 in München-Pasing mit einer U 3 im AW München-Freimann zum 20.04.74. Artgerechte DB-Kekse und Klatte-Lüfter erhielt sie anlässlich einer E 2.4 zum 28.05.86 ebendort, genauso wie sie zum 02.07.92 orientrot wurde. Zum 05.06.02 wurde sie schließlich im AW Dessau verkehrsrot und steht so noch beim Bw München Hbf im Einsatz:

Die letzte 110 war auch gleichzeitig die letzte rekonstruierte, wodurch sie bereits im zu diesem Zeitpunkt aktuellen DB-Farbschema ozeanblau-beige lackiert wurde. Dies geschah abweichend zu den anderen drei im AW Opladen zum 31.10.75. Ihr Unfall ist noch mit am besten dokumentiert: Am 05.10.73 erfasste sie mit dem D 632 mit ca. 80 km/h in Marl-Sinsen die 044 405, die bei einer Rangierfahrt durch falsche Weichenstellung auf das Hauptgleis geraten war. Kurz danach fuhr aus der Gegenrichtung ein Güterzug mit 140 196 in die Trümmer (7 Tote). Für die in Hamburg-Eidelstedt stationierte 110 360 (geliefert als E 10 360 am 29.01.65, Krauss-Maffei 19065/65) war zunächst das AW Opladen zuständig, in dem sie mit einer E 2.4 zum 07.07.87 ihre Handumläufe und Trittroste verlor, aber ihre durchgehenden Lüfterjalousien zunächst behielt (sie war übrigens die einzige ozeanblau-beige 110 mit Lüfterjalousien!) (siehe 110 392). Bei einer E 3 im AW Dessau zum 21.10.94 in orientrot war es auch mit dieser Herrlichkeit vorbei. Innerhalb einer Woche (!) wurde sie schließlich Ende September/Anfang Oktober 2002 im AW Opladen anlässlich einer E 0 verkehrsrot lackiert und ist so noch beim Bw Braunschweig im Einsatz (das bei Link zunächst genannte Datum ist wohl nur ein Buchdatum (mittlerweile fiktiv auf den 30.09.02 gelegt), da die Lok erst am 23.09.02 in Opladen angekommen war):

Letzter Edit: unzutreffende Aussagen gestrichen