Wie auch schon von den normalerweise im Sommer benutzten Tramper-Monats-Tickets der Jahre 1980, 1981 (April), 1984 und 1985 werde ich diesen Sommer ebenfalls in loser Folge von solchen Erlebnissen berichten. Gestartet wird mit dem Ticket, das erst 15 Jahre her ist, mir aber noch wie übermorgen in Erinnerung ist. Es folgen dann hoffentlich noch Berichte aus den Jahren 1981 (Start 25.07.) und 1986 (Start 16.07.), also vor 25 und 20 Jahren.
Erstmals gab es 1991 die Möglichkeit, ein gesamtdeutsches Ticket zu erwerben, was ungefähr die Summe der Einzeltickets der beiden deutschen Staatsbahnen kostete, nämlich 1177,- DM. Das war aber kein TMT, sondern eine Monatsnetzkarte, denn ein TMT durfte ich schon seit 1987 nicht mehr benutzen. Das letzte TMT 1986 hatte 245,- DM gekostet, die erste Monatsnetzkarte 1987 bereits 818,- DM! Letztere wurde bis zur Vereinigung der DB mit der DR zur DBAG über 1266,- DM 1992 auf 1346,- DM 1993 verteuert, bis ich 1996 (1994 und 1995 habe ich ausgelassen) wieder für nur noch 1097,- DM das gesamtdeutsche Schienennetz befahren durfte. Dieser Preis hielt sich dann übrigens bis zu Euro-Einführung.
Hier nun eine Auswahl Fotos der ersten Woche vom 03.07. bis 09.07.91.
03.07.91 (1208 km)
Fahrtroute: Köln - Frankfurt - Nürnberg - Plattling - Bayerisch Eisenstein - Zwiesel - Bodenmais - Zwiesel - Plattling - Straubing - Bogen - Straubing - München - Wolfratshausen - München - Landshut.
Erstes Foto war ausgerechnet nur 6 Schienenkilometer entfernt von ihrem Unfallort ein dreiviertel Jahr später die 140 007:

In Bayerisch Eisenstein endete 218 423 mit einem geschobenen Nahverkehrszug vor dem markanten Bahnhofsgebäude:

Im 'benachbarten' Bahnhof von Zelezna Ruda rangierte CSD 742 397 mit einigen mit Holz beladenen Rungenwagen:

Mitten durch den Bahnhof Bayerisch Eisenstein verläuft eine Staatsgrenze. Damals war es noch die der Tschechoslowakei und der BRD. Nicht nur diese Situation ist schräg, sondern offenbar auch die Grenzlinie über den Bahnhofsvorplatz und durch das Bahnhofsgebäude hindurch:

Auch die Gleisseite war betroffen. 1991 konnte man aber bereits fast normale Verhältnisse antreffen. Das auf dem Bild mittlere Gleis kommt aus dem 'Ostblock' und endet in Deutschland:

Später in Straubing wurde ich von einer Messfahrt überrascht, die mich zu einem Aufenthalt veranlasste. Die recht neue DR 212 005 mit großer Nummer auf den Seitenwänden war mit einem Dienstm313 (61 80 99-92 011-7) und einem Messbeiwagen sowie DB 111 051 am anderen Ende unterwegs. Leider kam es nicht dazu, die ebenfalls anwesende DB 212 111 mit aufs Bild zu bannen:

Danach unternahm ich noch eine Stichfahrt nach Bogen Ost auf der früher bis Miltach weiterführenden Strecke. Im übertrieben schlichten Endbahnhof warten 998 831 und 798 631 als N 8417 auf die Rückfahrt nach Straubing:

Da ich noch etwas Zeit in München überbrücken musste, legte ich eine Pendelfahrt auf der S 7 nach Wolfratshausen ein, um dann mit dem D 1300 nonstop bis Leipzig durchzubrettern.
Weitere Fotos:
211 052 (Deggendorf), RAG D 03 (Gotteszell), CSD 831 118 (Bayerisch Eisenstein), 211 051 (Bodenmais), 332 051, 211 026 (Zwiesel), 151 010 (Plattling), 212 111, 151 071, 103 107, 211 281, 140 674, 332 212, 140 380, 141 050 (Straubing).
04.07.91, 1186 km
Fahrtroute: Landshut - Regensburg - Hof - Leipzig - Halle - Halberstadt - Stapelburg - Wernigerode - Schierke - Drei Annen Hohne - Nordhausen - Northeim - Hannover - Hamburg - Eschede.
Praktisch im Durchmarsch (der Zug nach Wernigerode wurde übrigens vom Doppelpack 131 002/132 166 bespannt) gelangte ich nach Stapelburg, in dessen altem Bahnhof das Foto von 112 529 mit dem P 17441 gelang. Bis zur Grenzschließung führte die Strecke weiter ins westdeutsche Bad Harzburg. Wenige Jahre später wurde zwischen Ilsen- und Stapelburg eine neue Verbindung zur Trasse der ebenfalls unterbrochenen Strecke Wasserleben - Vienenburg inklusive eines neuen Haltepunktes für Stapelburg gebaut:

Der Rest des Tages bestand aus Abfahren der Harzquerbahn mit einem Abstecher nach Schierke, wo zu dem Zeitpunkt noch Schluss war. Erst 2004 sollte es mir gelingen, auch auf der Schiene bis zum Brocken vorzustoßen. Fotos der HSB aus 1991 werde ich evtl. mal in einem gesonderten Beitrag zusammenstellen, zumal vieles davon auch heute noch nicht historisch ist.
Ich machte mich noch auf den Weg nach Hamburg, um dann wahrscheinlich mit dem D 1989 gen Süden zu fahren.
Weitere Fotos:
243 636, 243 300, 243 119, Saxonia, 243 604, 106 930 (Leipzig), 131 002, 132 166, 112 749, 99 7234, 199 870, 99 6001, 99 7245, 112 396, 102 167 (Halberstadt), 132 149 (Ilsenburg), 99 7231, 99 7236, 99 7247 (Drei Annen Hohne), 99 7237, 99 7239 (Eisfelder Talmühle), 99 7238 (Niedersachswerfen), 199 011, 132 622, 132 248, 114 482, 106 489, 112 528, 106 943, 100 445, 199 879 (Nordhausen).
05.07.91, 1431 km
Fahrtroute: Eschede - Hannover - Kassel - Fulda - Würzburg - Treuchtlingen - Augsburg - München - Stuttgart - Mannheim - Mainz - Alzey - Bingen - Köln - Neuss - Düsseldorf - Duisburg - Essen.
Wieder so eine sinnlose Rumgurkerei. Einziges (!) Foto des gesamten Tages ist 212 354 in Alzey. Weil ich wieder in den wilden Osten wollte, bin ich wahrscheinlich mit dem D 449 nach Magdeburg gefahren.
06.07.91, 1104 km
Fahrtroute: Essen - Hamm - Hannover - Oebisfelde - Magdeburg - Halberstadt - Osterwieck - Thale - Gernrode - Nordhausen - Northeim - Hannover - Hamburg - Eschede.
Die Eisenbahnstrecken um Halberstadt hatten es mir offenbar angetan. Eine solche Streckendichte suchte man in Westdeutschland vergebens. Zunächst traf ich auf den letzten Steuerwagenvertreter der ehemaligen Wagen der Leipziger S-Bahn, einen Bghq (50 50 80-14 241-5):

Fotos der Straßenbahn in Halberstadt von diesem Tag habe ich hier schon mal gezeigt. Ebenso ein paar Fotos unter anderem auch aus Halberstadt, die im Rahmen meines ersten DDR-Besuches mit Knipse 1988 entstanden sind.
Auf der von der ehemaligen Hauptstrecke Halberstadt - Goslar in Wasserleben abzweigenden Strecke nach Osterwieck pendelten damals Blutblasen. Am schlichten Empfangsgebäude des Westbahnhofes von Osterwieck wartet 171 015 als P 16417 auf die Rückfahrt nach Heudeber-Danstedt. Hinter einem vom 171 verdeckten Prellbock entschwindet das Gleis der ehemaligen Strecke nach Börßum:

In Heudeber-Danstedt war dann dieselbe Garnitur wie zwei Tage zuvor nach Stapelburg mit einer vierteiligen Doppelstockgarnitur ehemals S-Bahn Rostock unterwegs:

Der Rest des Tages wurde auf ähnliche Weise verbracht, diesmal stand allerdings die Selketalbahn auf dem Programm.
Weitere Fotos:
110 688, 132 032, 132 271, 118 585, 118 749, 102 212 (Magdeburg), 132 231 (Dodendorf), 112 847, 106 519, 106 932, 112 377, 112 754, 112 396, 132 635 (Halberstadt), 112 682, 132 235 (Heudeber-Danstedt), 171 815, 171 820 (Osterwieck), 112 426, 112 361 (Thale), 112 312 (Quedlinburg), 110 709, 99 6102 (Gernrode), 99 7243 (Alexisbad und Hasselfelde), 99 7231, 99 3239 (Eisfelder Talmühle), 99 7238 (Niedersachswerfen), 199 011, 132 248, 114 838, 112 559, 112 245 (Nordhausen), 120 152 (Hannover).
Aus Lade- und anderen Zeitgründen muss ich bereits die erste Woche in zwei Teile teilen (was man halt so mit Teilen macht). Ich hoffe, am Samstag fortsetzen zu können.