Beitrag 04-514

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Datum/Uhrzeit: 08.11.2006 20:40
Titel: Letzte Fahrten der Stahl-ET bei der KBE (5 Nachtaufnahmen)

Nachtaufnahmen, nicht Nacktaufnahmen, ihr Schlingel!

Heute Abend vor 20 Jahren endete endgültig der Eisenbahnbetrieb im Personenverkehr bei den Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE). Bereits über 8 Jahre zuvor, am 12.08.78 wurde die legendäre Rheinuferbahn Köln Hbf - Bonn Hbf über Wesseling auf Stadtbahnbetrieb Linie 16 mit Stadtbahnwagen Typ B 100 umgestellt, eingesetzt von KVB und SSB/SWB, und gleichzeitig bis Bonn-Bad Godesberg verlängert. Alsdann folgte die Rheinuferbahn ab Ubierring den Straßenbahngleisen; die eigentliche Rheinuferbahnstrecke bis hinter die Hohenzollernbrücke in Höhe BD Köln wurde abgeknipst und die Trasse verschwand im Laufe der Jahre.

Diese Umstellung hatte fatale Auswirkungen auf den Einsatz der letzten Silberpfeile (ET 201, 203 und 204). Selbige konnten wegen der Gleisradien am Barbarossaplatz in Köln nicht auf der Vorgebirgsbahn eingesetzt werden. ET 203 und 204 wurden nach Österreich verkauft, wo sie als ET 23 und 24 bei den SVB (Salzburger Verkehrsbetrieben) im Einsatz standen und nach einigen Jahren nach Scheitern eines Verkehrskonzeptes mit Umbau auf Dieselantrieb im Burgenland doch noch verschrottet wurden (die Doppel-ET 210 bis 212 und ET 202 waren 1975/76 bei Bränden zerstört worden). Gleichzeitig war dies auch das Ende der Eilzugverkehre sowie der ersten Klasse bei der KBE.

Die verbliebenen Stahltriebwagen aus den 40er- und 50er-Jahren konnten dagegen weiterhin eingesetzt werden. Dies geschah im Wesentlichen auf der Vorgebirgsbahn Köln Barbarossaplatz - Bonn Hbf über Brühl Mitte (jetzt Linie 18), bis 1981 auch auf der Querbahn Brühl (bzw. Vochem) - Wesseling als Linie 19. Die Querbahn diente danach auch weiterhin Überführungsfahrten von/zum Depot Wesseling.

Am 26.10.85 wurde der Südabschnitt der Vorgebirgsbahn Bonn Hbf - Schwadorf auf Stadtbahnbetrieb umgestellt. Für ein gutes Jahr musste man in Schwadorf in die urigen, aber bequemen Stahltriebwagen umsteigen. Mit der Umstellung wurde auch der Rheinuferbahnhof in Bonn am Hauptbahnhof entbehrlich. Die Fläche ziert heute ein wunderschöner Park&Ride-Platz. In Köln mussten die alten Triebwagen ab Klettenberg die reduzierte Straßenbahnspannung von 750 V = verkraften, während sie auf KBE-Gleisen mit 1200 V = gespeist wurden. Dadurch machten sie auf der Luxemburger Straße immer einen etwas schwächlichen Eindruck. Mit Umstellung auf Stadtbahnbetrieb wurden außerdem alle Strecken auf 750 V = umgestellt, weshalb auch die Elloks der KBE abgestellt werden mussten.

Am 08.11.86 endete schließlich die 88jährige Geschichte des Eisenbahnbetriebs auf der Vorgebirgsbahn. ET 52 und 57 fuhren als Doppelgarnitur einige Sonderzüge zwischen den Planzügen. Letzter echter Planzug war ET 47, Köln ab 22:10 Uhr. ET 54 endete außerplanmäßig in Brühl und der Sonderzug übernahm dort dessen Fahrgäste, um kurz nach 22 Uhr nach Köln zu fahren. Um 23:15 trat er dann die letzte Fahrt zurück nach Brühl an. Im Anschluss kehrte er wie auch ET 47, 51+58 und 54 ins Depot Wesseling zurück. Am nächsten Morgen war alles anders...

Hier nun die Fotos. Zunächst Brühl Mitte mit ET 51 und 58 auf dem Stumpfgleis:

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ET 52 und 57 erwarten in Brühl Mitte die Fahrgäste des ET 54:

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ET 54 hat sich entleert und wird in Kürze zusammen mit ET 51+58 von einer KBE-Diesellok nach Wesseling gebracht:

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ET 52 und 57 in Köln am Barbarossaplatz kurz vor der letzten Fahrt nach Brühl, umlagert von einigen Fotografen:

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ET 57 trägt wie auch ET 52 ein Schild mit der Aufschrift 'Letzter Betriebstag mit Eisenbahnfahrzeugen der Vorgebirgsbahn':

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Das weitere Schicksal der KBE-ET ist bekannt. ET 53, 55, 59 und 60 wurden an die Linzer Lokalbahn nach Niederösterreich verkauft, wo sie bis vor kurzem noch im Einsatz standen. ET 57 findet man im Rheinischen Industriebahnmuseum (RIM) wieder, während ET 47 nach längerer Verweilzeit beim Förderkreis Eisenbahngeschichte Brühl (FEB) nach Aufgabe des Geländes der dortigen Zuckerfabrik Ende 1993 verschrottet wurde.

Edit zum 25-Jährigen: Alle Bilder größer!