Mir sind ein paar äußerliche Unterschiede zur 'Standard'-Ausführung an Loks der Baureihe 143 aufgefallen. Ich habe die mal in vier Kategorien eingeteilt und ausgewählte Fotos eingestellt. Diese Aufstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sicherlich habe ich bei meinen Fotos auch die eine oder andere Lok übersehen. Es sind sicherlich noch weitere Variationen und viel mehr Loks vorhanden. Die Fotos bei br143.de habe ich nicht durchgesehen.
Kategorie II: Betriebsnummer
Alle Loks der Baureihe 243 wurden mit vier auf den Lokkasten aufgeschraubten Metallnummernschildern ausgeliefert. Die meisten Loks wurden anlässlich der Umzeichnung zur Baureihe 143 mit ebensolchen Schildern bestückt. Teils wurden neue Schilder gefertigt, teils die erste Ziffer der Baureihennummer und die Kontrollziffer als erhabene Metallziffer auf den vorhandenen Trägern ausgetauscht. Das wurde sogar schon vorfristig ab April 1991 durchgeführt, als die ersten 243er als 143er in den alten Bundesländern leihweise zum Einsatz kamen: Link.
Aus unterschiedlichen Gründen (Umlackierung, Schilderklau, Fertigung im Heimat-Bw) entfielen diese Metallschilder nach und nach bei allen Loks. Teilweise wurden allerdings noch Träger mit flachen Ziffern benutzt oder die Betriebsnummer mit weißen Ziffern auf schwarzem Grund auflackiert. Zu den Fertigungsabläufen der unterschiedlichen Schildervarianten kann ich im Detail nichts beitragen.
Die seitlichen Schilder wurden sogar noch auf dem ersten Schwung S-Bahn-143er, die 1992 bis 1994 nach Düsseldorf und Nürnberg umbeheimatet wurden, auf den Lokkasten mit nun lackierten Nummern angebracht. Die überwiegende Zahl der weiterhin bordeauxroten Loks besaß seitlich auch noch ein aufgeschraubtes Nummernschild an der ursprünglichen Position in Lokmitte oberhalb des Rahmens auf dem gesickten Lokkasten. Sobald dieses Schild 'abhanden' kam und weil die Betriebsnummer nicht wegen der gewellten Oberfläche dort aufgeklebt wurde, rutschte sie etwas nach unten auf den Rahmen in weißer Schrift auf rotem Grund, wie das erst bei den verkehrsroten Loks der Regelfall wurde.
Nicht berücksichtigt wurden Loks, bei denen zwar die Schilder an der ursprünglichen seitlichen Position nicht mehr existierten, aber noch keine Klebeziffern aufgetragen oder sonstige Positionsänderungen vorgenommen wurden.
Kategorie II a)
Folgende bordeauxrote (und eine orientrote) Loks habe ich gefunden, bei denen ausschließlich die Betriebsnummern seitlich auf dem Rahmen statt auf dem Lokkasten ohne weitere Besonderheiten angebracht wurden:
143 035, 053, 061, 088, 092, 093, 095, 102, 107, 111, 135, 183, 185, 186, 230, 251, 256, 260, 270, 276, 278, 291, 295, 328, 334, 335, 342, 355, 564, 565, 567, 572, 573, 575, 576, 616, 630, 631, 661, 803, 837, 839, 856, 859, 873, 879, 886, 891, 892, 896, 905, 907, 914, 917, 922, 927, 930, 936, 939, 958, 965, 969, 971.
(Bild 1) Das erste Foto zeigt die orientrote 143 035 in Frankfurt (Main) Hbf. Für meinen Beitrag über diese Farbvariante war mir die Besonderheit noch nicht aufgefallen, aber 143 035 könnte die einzige orientrote 143 gewesen sein, deren seitliche Betriebsnummern sich nicht wie sonst üblich unterhalb der jeweils rechten Führerstandsseitenfenster befanden (siehe Bild 7 und alle anderen Loks im verlinkten Beitrag), sondern nachträglich mittig auf den Rahmen versetzt wurden:

(Bilder 2 und 3) 'Normale' 143er mit ursprünglicher mittig angeordneter Steckdose (einmal unlackiert und einmal rot lackiert, siehe Teil 1) und seitlichen Betriebsnummern auf dem Rahmen stellen 143 061 in Schwerin Hbf und 143 092 im Bw Hamm dar:


(Bild 4) 143 093 im Bw Wittenberge zeigt neben der seitlichen Rahmennummer und der alten Steckdose an neuer Position auffällig unterschiedlich große Ziffern auf dem Nummernschild am Führerstand 1:

(Bild 5) Bei 143 095 in Stuttgart Hbf fällt neben dem neuen Steckdosendeckel mit rotem Querstrich hauptsächlich die ungewöhnlich stark verwaschene weiße Umrandung auf:

(Bild 6) Bordeauxrote 143er kamen auch in diesem Jahrtausend noch einige vor. Als erstes Beispiel mit seitlichen Rahmennummern und erstaunlich kräftigem Lack zeigt sich 143 102 in Leipzig Hbf. Die Führerstandsziffern sind mittlerweile ebenfalls auf den Rahmen gewandert:

(Bilder 7 und 8) Bw und Bf Wittenberge mit 143 135 und 186. Der deutlichste Unterschied sind die ansonsten identischen Steckdosen an alter und neuer Position. Durch das Streiflicht fällt an 143 186 gut die kaum ausgeblichene Fläche am Lokkasten auf, über der sich ursprünglich den Lack schützend das Nummernschild befand:


(Bild 9) Abgesehen von der alten Steckdose an neuer Position bewahrt sich 143 251 in Pasewalk noch eine Woche nach dem Maifeiertag einen verwelkten Blumenstrauß im Schlussschildhalter auf:

(Bild 10) In erstaunlich frisch aussehendem Lack trägt 143 572 im Bw Bremen Rbf bereits vier Jahre nach Indienststellung keine Loknummernschilder mehr:

(Bild 11) Die Höhen der seitlich auf dem Rahmen angebrachten Betriebsnummern schwankten durchaus. So liegt die seitliche Betriebsnummer von 143 616 in Halle (Saale) Hbf deutlich tiefer als bei den bisher gezeigten Loks:

(Bilder 12 und 13) Die Steckdose am alten Platz weist bei 143 630 in Stralsund einen neuen Deckel auf, bei dem ich nicht genau erkennen kann, ob da ein 'Blitz' (Warnung vor Elektrizität) drauf ist. Außerdem fallen im Vergleich zu der mehr von der Seite aufgenommenen 143 631 im Bw Dresden-Friedrichstadt deren hellgraue Drehgestelle auf:


(Bilder 14 und 15) Auf den ersten Blick sehen 143 837 und 856 im Abstand von zwei Tagen in Köln Hbf ziemlich gleich aus. Bei genauerem Hinsehen fallen die in unterschiedlichen Höhen angebrachten Führerstandsziffern, die neu lackierten Führerstandsfronten (!) an 143 837 sowie die ungewöhnlich kleine seitliche Betriebsnummer an 143 856 auf:


(Bild 16) Im Vergleich dazu weist 143 873 in Koblenz Hbf einen satten bordeauxroten Lack sowie den schwarzen 'Blitz' im gelben Dreieck unterhalb statt wie üblich oberhalb des Handgriffs am Führerstand auf:

(Bild 17) 143 886 als Pausenfüller im Bw Engelsdorf:

(Bild 18) 143 892 hatte am 12.10.93 in Biederitz einen Zusammenstoß mit einem Lkw und stand danach noch jahrelang als Torso im AW Dessau. Erstaunlicherweise habe ich die Lok allerdings erstmals im Mai 1996 dort angetroffen und nicht schon im Januar 1996 bzw. Oktober 1995. Die Lok erhielt selbstverständlich keine DBAG-Embleme mehr, könnte aber mit ihren seitlichen Rahmennummern die allererste derart veränderte 143 gewesen sein:

(Bilder 19 und 20) Am selben Tag in Nürnberg Hbf zeigen sich an 143 907 und 914 überwiegend Übereinstimmungen. Wer genau hinschaut, bemerkt die relativ tiefliegende Seitennummer und die Standart-'Blitze' an 143 907, während 143 914 nur noch ein klitzekleines Warndreieck mit 'Blitz' oberhalb des Handgriffes besitzt (vgl. 143 837, Bild 14):


(Bild 21) 143 922 wird man noch in einem weiteren Teil dieser Beitragsreihe finden. Warum, dürfte klar sein, wenn man den etwas dunkleren Lackstreifen am Führerstand betrachtet. Ansonsten ist die aus der Schweiz zurückgekehrte Lok hier in Rostock Hbf trotz ihrer seitlichen Rahmennummer nur noch eine unter vielen:

(Bild 22) Nicht einer noch zu betrachtenden Kategorie gehört 143 939 im Bw Stuttgart an, weil das große nachlackierte Rechteck am Führerstand nichts damit zu tun hat:

(Bild 23) Neben 143 572 war 143 965 Anfang 1994 eine der ersten Loks, die ich mit der seitlichen Betriebsnummer auf dem Rahmen fotografiert habe, hier im Bw Gremberg. Allerdings war keine Lok darunter, die noch die Reichsbahn-Insignien trugen, weswegen sich das Aussehen von 143 892 für mich als rätselhaft darstellt:

(Bild 24) Der Nachbau für die verunfallte 243 016 war 243 969, die es allerdings auch nur auf 15 Betriebsjahre gebracht hat. Ähnlich wie 143 892 stieß 143 969 am 08.03.02 in Allensbach mit einem Lkw zusammen und wurde im AW Dessau verschrottet. Hier steht sie bereits nicht mehr auf ihren Originaldrehgestellen, auch wenn diese mal unter einer 143 verbaut gewesen sein sollten:

(Bild 25) Mit extremem Telezoom (volle 380 mm optisch, alles was drin ist...) machte ich dieses Notfoto der ausschiebenden 143 971 in Koblenz Hbf. Wert an diesem Foto darzustellen ist allenfalls die Tatsache, dass ich keine weitere bordeauxrote 143 im Rahmen dieser Beitragsserie zeigen kann, die bereits mit zwei UIC-Steckdosen am Führerstand ausgestattet war (siehe auch Teil 1):
