Mir sind ein paar äußerliche Unterschiede zur 'Standard'-Ausführung an Loks der Baureihe 143 aufgefallen. Ich habe die mal in vier Kategorien eingeteilt und ausgewählte Fotos eingestellt. Diese Aufstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sicherlich habe ich bei meinen Fotos auch die eine oder andere Lok übersehen. Es sind sicherlich noch weitere Variationen und viel mehr Loks vorhanden. Die Fotos bei br143.de habe ich nicht durchgesehen.
Kategorie II: Betriebsnummer
Alle Loks der Baureihe 243 wurden mit vier auf den Lokkasten aufgeschraubten Metallnummernschildern ausgeliefert. Die meisten Loks wurden anlässlich der Umzeichnung zur Baureihe 143 mit ebensolchen Schildern bestückt. Teils wurden neue Schilder gefertigt, teils die erste Ziffer der Baureihennummer und die Kontrollziffer als erhabene Metallziffer auf den vorhandenen Trägern ausgetauscht. Das wurde sogar schon vorfristig ab Oktober 1990 durchgeführt, als die ersten 243er als 143er in den alten Bundesländern leihweise zum Einsatz kamen: Link.
Aus unterschiedlichen Gründen (Umlackierung, Schilderklau, Fertigung im Heimat-Bw) entfielen diese Metallschilder nach und nach bei allen Loks. Teilweise wurden allerdings noch Träger mit flachen Ziffern (Siebdruck?) benutzt oder die Betriebsnummer mit weißen Ziffern auf schwarzem Grund auflackiert. Zu den Fertigungsabläufen der unterschiedlichen Schildervarianten kann ich im Detail nichts beitragen.
Während bei den orientroten 143ern keine Metallschilder mehr zum Einsatz kamen, wurden bei dem ersten Schwung S-Bahn-143er, die 1992 bis 1994 nach Düsseldorf und Nürnberg umbeheimatet wurden, sogar noch seitliche Metallträger auf den Lokkasten mit nun lackierten Nummern angeschraubt. Auf den Fronten hatten diese Loks jedoch bereits aufgeklebte Ziffern oberhalb des pastellgelben Begleitstreifens, wodurch diese Ziffern etwas höher lagen, als bei den anderen Lackierungsvarianten.
Die überwiegende Zahl der weiterhin bordeauxroten Loks besaß frontal noch ein aufgeschraubtes Nummernschild an der ursprünglichen Position zwischen den Spitzen- und Schlusslichtern. Mit einem späteren Entfall erstmal nur des seitlichen Nummernschildes entstand dadurch die Variante aus Teil 2. Nachdem bei einigen Loks auch die Frontschilder durch Aufklebeziffern ersetzt wurden, gab es zwei Hauptvarianten, die ich in diesem Teil 3 bebildern möchte.
Kategorie II b)
Die erste Variante mit seitlichen und frontalen Klebeziffern erschien praktisch mit 143 161, die nach einem Auffahrunfall (09.01.92, Leipzig Hbf) als erste orientrote Lok ihrer Baureihe im Juli 1992 das Raw Dessau verließ (frühes Bild siehe hier). Bei dieser Variante verblieben die Frontbetriebsnummern bei allen orientroten 143ern an ihrem bisherigen Ort zwischen den Lampen unterhalb der weißen Kontrastfläche (Balken nur bei 143 161, sonst 'Lätzchen'), während die seitlichen Betriebsnummern unter dem jeweils rechten Führerstandsseitenfenster aufgeklebt wurden (vgl. Bild 1 in Teil 2). Diese Variante wiesen auch die ab Herbst 1994 umlackierten und bereits metallschilderlosen S-Bahn-143er auf.
Bei den bordeauxroten Loks mit allen vier Betriebsnummern an den Führerhäusern rutschten die Frontbetriebsnummern jedoch seitlich versetzt unter das jeweils rechte Führerstandsfrontfenster über den rundum verlaufenden weißen Streifen. Eine mir bisher nicht begegnete Variante an 143 205, bei der das Front-Metallschilder erhalten blieb und die somit der 143 161 bezüglich der Positionen der Betriebsnummern ähnelt, zeigte StephanDD bereits zu Teil 2: Link.
Während Christian mit der 143 654 bereits zu Teil 2 ein Bild dieser Variante mit seitlich versetzten Frontbetriebsnummern zeigte, komme ich gerade mal auf zwei selbst fotografierte Loks zzgl. eines weiteren Bildes der 143 161 (siehe Bild 18 hier).
(Bild 1) 143 043 mit neuer Steckdose (siehe Teil 1) an neuer Position und Lackflicken (u. a. über der alten Steckdosenposition) in Schwerin Hbf:

(Bild 2) 143 122 mit alter Steckdose an neuer Position und nicht überlackiertem, behelfsmäßig verschlossenem alten Steckdosenloch in Cottbus:

(Bild 3) Dieselbe 143 122 fünf Monate später mit neuer Steckdose aus dem IC 505 fotografiert im Bw Leipzig Hbf West:

(Bild 4) 143 161 im Bw Magdeburg Hbf. Der Lack durfte noch weitere zwei Jahre ausbleichen, bis die Lok verkehrsrot wurde:

Kategorie II c)
Eine ganze Reihe weiterer Loks war sowohl von einer seitlich mittigen Betriebsnummer auf dem Rahmen (siehe Teil 2), als auch von mittig in unterschiedlichen Höhen oberhalb des umlaufenden weißen Streifens auf den Führerständen aufgeklebten Betriebsnummern betroffen. Mit Ausnahme der 143 086 habe ich mal alle meine Bilder hier eingestellt.
(Bild 5) 143 032 mit neuer Steckdose an alter Position beim Umsetzen in Saalfeld. Bemerkenswert und vielleicht einzigartig ist die winzige Betriebsnummer (aufgeklebt/auflackiert?) auf dem weißen Streifen, wo sich vorher das Nummernschild befand:

(Bild 6) 143 117 mit alter lackierter Steckdose an neuer Position in Erfurt Hbf. Der nach dem Brand der Lok (03.07.92, Golßen) aufgetragene Lack scheint etwas heller zu sein als üblich, ähnlich dem 'Signalrot' an 155 226 und 234-248:

(Bild 7) 143 124 mit neuer Steckdose an neuer Position sowie 'Blitz' unter dem Haltegriff ebenfalls in Erfurt Hbf:

(Bild 8) 143 171 mit alter Steckdose an neuer Position sowie notdürftig überlackiertem alten Steckdosenloch im Bw Halle P:

(Bild 9) 143 178 mit 'Blitz' oben rechts in Leipzig Hbf. Die Ausführung und der Anbringungsort der 'Blitze' am Führerstand (siehe auch die Bilder 1 und 6) wäre sicherlich ein eigenes Thema wert:

(Bild 10) An 143 192 ist die Frontnummer noch etwas höher gerutscht, als an den bisher gesehenen Loks (Halle/Saale Hbf):

(Bilder 11 und 12) 143 222 in Fröttstädt und 143 244 in Halle (Saale) Hbf unterscheiden sich nur dadurch, dass an 143 244 die Schraublöcher des frontalen Nummernschildes verschlossen und der weiße Streifen sauber überlackiert wurde. Außerdem weist 143 222 im Gegensatz zur 143 244 erstaunliche helle Bauteile unterhalb des Rahmens auf:


(Bild 13) 143 263 habe ich ebenfalls in Fröttstädt kurz vor 143 222 von beiden Führerständen her fotografiert. Hier das gekuppelte Ende mit gestecktem UIC-Kabel zu dem offenbar nicht als solchen einsetzbaren y-Steuerwagen mit Wittenberger Kopf. Ansonsten ist die Steckdose derselbe Typ wie bei 143 222 und 244:

(Bild 14) Noch etwas höher als an 143 192 ist die Frontbetriebsnummer an 143 347 aufgeklebt. Dafür sitzt die seitliche Betriebsnummer etwas tiefer (Dessau Süd):

(Bild 15) 143 610 stellt die einzige Lok dieser Nummernvariante unter meinen Bildern dar, die noch über eine alte (unlackierte) Steckdose an alter Position verfügt (Sömmerda):

(Bild 16) 143 844 in Bitterfeld. Bei der Lok sind die Führerstandsziffern bereits zu einem bemerkenswert frühen Zeitpunkt nach unten auf den Rahmen gerutscht:

(Bild 17) Dieses Aussehen mit den Führerstandsziffern zeigt auch 143 932 in Bonn-Beuel. Neben der sehr hoch positionierten Frontnummer gab es entgegen meiner Annahme zu 143 971 aus Teil 2 doch eine weitere bordeauxrote 143 mit doppelten UIC-Steckdosen! Die Lok wird mit einem älteren Bild in Kategorie III nochmal zu sehen sein:

(Bild 18) Dieses Foto der 143 957 mit seitlich mittiger Betriebsnummer auf dem Rahmen gehört eigentlich in den zweiten Teil, denn zu diesem Zeitpunkt trug die Lok an den Führerständen noch Nummernschilder. Um die Jahrtausendwende wurde sie aber auch mit mittig aufgeklebten Frontnummern versehen, wie ein Bild bei br143.de beweist:
