Mir sind ein paar äußerliche Unterschiede zur 'Standard'-Ausführung an Loks der Baureihe 143 aufgefallen. Ich habe die mal in vier Kategorien eingeteilt und ausgewählte Fotos eingestellt. Diese Aufstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bestimmt habe ich bei meinen Fotos auch die eine oder andere Lok übersehen. Es sind sicherlich noch weitere Varianten und viel mehr Loks vorhanden. Die Fotos bei br143.de habe ich nicht durchgesehen.
Kategorie III: Front-Keks
Ab 1994 erhielten alle Triebfahrzeuge der DBAG als Erkennungsmerkmal den sogenannten 'Magerkeks' oder 'Dürr-Keks'. Bei den ehemaligen Bundesbahnfahrzeugen war es einfach: da, wo ein Bundesbahn-Keks prangte, wurde dieser mit dem neuen Emblem überklebt. Bei den Reichsbahnfahrzeugen habe ich jetzt nicht den Überblick, aber zumindest bei den Elloks der Baureihen 109, 142, 155 und 171 entfielen spätestens zu diesem Zeitpunkt die seitlichen Gussschilder oder Klebebuchstaben 'Deutsche Reichsbahn'. Bei der Baureihe 243/143 hatte man von vornherein das 'DR'-Signet jeweils zwischen die Seitenfenster und Türen an den Führerständen angebracht, also zwei pro Lokseite, aber keines frontal.
Dort wurde bei den weiterhin bordeauxroten Loks auch jeweils der Magerkeks einfach darüber geklebt, und zwar so, dass die relativ kleinen Führerstandsziffern darunter immer noch zu sehen waren. Diese Variante ist auch von wenigen 109ern und einigen 142ern bekannt, und zwar bei diesen zwischen Führerstandstür und dem jeweils nächsten Lüftungsgitter. Irgendjemand hatte dann zeitweilig die Vorstellung, dass alle ehemaligen DR-Triebfahrzeuge mit Endführerständen auch von vorne ihren neuen Betreiber preisgeben sollten (ohnehin nach Neulackierungen in Orientrot ab Herbst 1992 außer bei der Baureihe 155). Bekannt ist das vor allem von den 'Ruhrgebiets-232ern', von denen einige mit Front-Keks unterwegs waren, obwohl dort wie auch an anderen DR-Baureihen durch den umlaufenden weißen Trennstreifen eigentlich nicht genug Platz war.
(Bild a) Hier die erste DBAG-232 (451), die ich fotografieren konnte, am Tag der offenen Tür bei der Wanne-Bochum-Herner Eisenbahn (WBHE) im Westhafen von Wanne-Eickel. Der Front-Keks passte nur so unter das Zyklopenauge, dass es auch den Begleitstreifen berührte:

(Bild b) Ich dachte, bei der Baureihe 142 hätte es auch mindestens so einen Fall mit Front-Keks gegeben. Tatsächlich gefunden habe ich aber als einzigen bordeauxroten Holzroller nur 109 043, hier mit dem Front-Keks zwischen Betriebsnummer und Handlauf gequetscht im Bw Halle P:

Die bordeauxroten Loks der Baureihe 143, die mit Front-Keks versehen waren, habe ich mal in zwei Unterkategorien eingeteilt und diese jeweils mit einer gleichen Anzahl an Fotos in diesem Beitrag gewürdigt. Doch dann kamen Unstimmigkeiten bei der eigentlich für diesen Beitrag vorgesehenen 143 937 auf, der ich nun einen eigenen Beitrag im Anschluss widmen muss. Auffällig ist, dass von den ersten Lieferungen 143 002-370 keine einzige Lok mit Front-Keks darunter ist, und an fast allen Loks mit Front-Keksen die Führerstandsziffern bereits auf den Rahmen heruntergerutscht sind!
Kategorie III a) - nur Front-Kekse
Nur mit einem Front-Magerkeks und sonst keinen weiteren Auffälligkeiten habe ich gefunden: 143 551, 561, 574, 878, 881, 889, 895, 905, 907, 913, 919, 928, 932, 937, 943, 946, 947, 950, 951, 955, 964 und 967.
(Bild 1) 143 551 mit unlackierter alter Steckdose am alten Platz (s. a. Teil 1) im AW Dessau:

(Bild 2) 143 878 mit hochliegenden Führerstandsziffern (eine von drei Loks mit Front-Keksen, die ich gefunden habe) im Bw Karlsruhe:

(Bild 3) Anlässlich der zu sehenden Ausbesserungen im Rahmen ihrer Hauptuntersuchung, die allerdings nicht für eine komplette Neulackierung ausgereicht haben, hat 143 889 im AW Dessau wahrscheinlich die Front-Kekse verloren:

(Bild 4) 143 905 trug als einzige von mir gefundene Lok kleinere Front-Kekse (beidseitig?), weshalb ich dieses beengte Bild im Bw Mannheim Rbf trotzdem einstelle. Das deutet darauf hin, dass extra kleinere Front-Kekse aufgeklebt wurden, ohne die UIC-Steckdose abnehmen zu müssen. Ein knappes Jahr später trug die Lok keine Front-Kekse mehr sowie eine neue UIC-Steckdose an neuem Ort (s. a. Teil 1):

(Bild 5) 143 907 war bereits in Teil 2 (Bild 19) zuletzt ohne Front-Keks zu sehen. Hier steht sie mit solchen und lackierter alter Steckdose im Bw Gremberg:

(Bild 6) Mit durch Planen abgedeckten Brandschäden steht 143 913 im AW Dessau:

(Bild 7) 143 919 im Bw Bremen Rbf:

(Bild 8) 143 932 hat ein paar Güterwagen von der Emsländischen Eisenbahn (EEB) im Übergabebahnhof von Meppen übernommen. Zwei Jahre später trug sie eine neue UIC-Steckdose an alter Position und nochmal sieben Jahre später trug sie zwei UIC-Steckdosen und die höchstgelegene Front-Betriebsnummer ever, aber keine Front-Kekse mehr (s. Teil 3, Bild 17):

(Bild 9) 143 947 trägt bereits eine neue UIC-Steckdose am alten Platz, die deutlich teilweise den Front-Keks überdeckt (Leipzig Hbf):

(Bild 10) Bei 143 950 im Bw Bremen Hbf sitzt die UIC-Steckdose bereits am neuen Platz, so dass der Front-Keks etwas höher und nicht so gequetscht angebracht werden konnte:

(Bild 11) 143 955 habe ich ohne Front-Kekse bereits im Teil 1 gezeigt (dort Bild 17). Ich wurde darauf hingewiesen, dass dieses Foto nicht in Halle G aufgenommen worden sein kann. Das ist möglich, war ich doch danach in Nordhausen. Nur, wo in Nordhausen stand dieses geziegelte, im oberen Stockwerk mit Holz verkleidete Stellwerk? Jedenfalls trug 143 955 zwei Jahre davor im Bw Gremberg noch Front-Kekse:

(Bild 12) An 143 964 mit alter lackierter Steckdose am alten Platz ging bereits ein seitliches Nummernschild verlustig. Hier im Bw Hamm Rbf ergänzt sie ihre Vorräte ;-):

(Bild 13) Wie bei mehreren 143ern zu erkennen, wurden auch an 143 967 die ersten und letzten Ziffern der Betriebsnummer auf den Gussschildern ausgetauscht (Bw Gremberg):

Kategorie III a) - Front-Kekse und seitliche Betriebsnummer auf dem Rahmen
Mit einem Front-Magerkeks und der seitlichen Betriebsnummer auf den Rahmen geklebt (s. a. Teil 2) habe ich gefunden: 143 554, 560, 563, 887, 894, 898, 900, 901, 910, 911, 917, 918, 921, 924, 942, 944, 945, 968.
(Bild 14) 143 554 mit unlackierter alter Steckdose im Bw Leipzig Hbf:

(Bild 15) 143 560 mit lackierter alter Steckdose im Bw Engelsdorf:

(Bild 16) 143 563 mit der aus einem einzigen älteren Doppelstocksteuerwagen bestehenden S 14353 trägt bereits eine neue UIC-Steckdose am neuen Platz. Der Front-Keks muss aber bereits vor deren Verlegung aufgeklebt gewesen sein (Gaschwitz):

(Bild 17) 143 887 im Bw Braunschweig. Die Lok trägt die Führerstandsziffern noch oben unter den seitlichen Magerkeksen:

(Bild 18) Zum direkten Vergleich 143 898 mit unten auf dem Rahmen befindlichen Führerstandsziffern im Bw Hamm Rbf. Wie bereits im Einleitungstext geschrieben, scheint das die Standard-Ausführung nur in Verbindung mit einem Front-Keks gewesen zu sein (vgl. die fast ausschließlich oben liegenden Führerstandsziffern im Teil 2):

(Bild 19) Ungewöhnlich lange (bis zur Umlackierung im März 2005) war die bordeauxrote 143 910 mit Front-Keksen unterwegs. Bemerkenswert auch die tiefer als bei den anderen Loks liegenden Führerstandsziffern (Köln Hbf):

(Bilder 20 und 21) 143 917 gab es ähnlich wie 143 955 mit alter Steckdose an alter Position und Front-Keks (Bw Berlin-Pankow) sowie bereits ein Jahr später mit neuer Steckdose an neuer Position und ohne Front-Kekse (Chemnitz Hbf):


(Bild 22) 143 918 mit alter unlackierter Steckdose im Bw Braunschweig. Die Ziffern des Front-Nummernschildes scheinen nicht erhaben und auch etwas kleiner als ursprünglich zu sein:

(Bild 23) Bei der fast frontal in Falkenberg (oben) mit dem IR 2855 einfahrenden 143 942 sieht man gut das symmetrische Ensemble von neuer Steckdose, Front-Keks und Betriebsnummer auf Metallschild:

(Bild 24) Ein ähnliches Bild ergibt sich bei 143 944 mit alter Steckdose im AW Dessau. Links steht noch die zu Lackierversuchen missbrauchte 140 234, während die ehemalige 140 302 zu diesem Zeitpunkt bereits als Zweitbesetzung der 140 234 unterwegs war:

(Bild 25) 143 945 trägt in Großkorbetha ein Front-Nummernschild mit m. E. flachen und etwas größeren Ziffern:

(Bild 26) Zum Schluss die letzte regulär gebaute 243 mit Vielfachsteuerung, 143 968, in Köln-Eifeltor:
